Montag, 6. Juli 2009

Unternehmensdefinitionen

Unternehmensdefinitionen innerhalb verschiedener Theorieangebote:

Aus Berghoff, Moderne Unternehmensgeschichte, S 42-62

Neoklassik:
- System mit technischen Unteilbarkeiten: Unternehmen transformieren Inputs=Faktoreinsätze in Outputs=Produktionsausstöße, indem sie die Produktionsfaktoren Kapital, Arbeit Rohstoffe und Vorprodukte kombinieren – Verkauf
- Die daraus entstehenden Umsätze nach Abzug der Inputkosten ergibt sich der Gewinn
- Ziele: Optimierung des Faktoreinsatzes und Gewinnmaximierung

Coase:
- Senkung der Marktnutzungskosten erklärt die Existenz von Unternehmen
- Vertragsbasierte Abmachungen – Autoritätsverhältnisse ersetzen den Marktaustausch

Alchian/Demsetz:
- Verlagerung des Interesses von der Produktionsfunktion auf die Organisation des Unternehmens
- Inputleistungen der Arbeitnehmer werden von einem Rechteinhaber=Leitungsinstanz überwacht
- Rechte: Anspruch auf Aneignung des Erfolgs; Kontroll- und Sanktionsbefugnisse; Vertragsbeziehungen mit allen Beteiligten; Recht, das team zu verändern; und Veräußerung der Rechte von 1-4
- Firmen sind also ein Geflecht von Verträgen, deren Überwachung in Unternehmen effektiver wird, Firmen ersetzen Wettbewerb mit Kooperation , indem sie externe Akteure in interne verwandeln
- Auch die Internalisierung ist nicht kostenlos=Transaktionskosten im Sinne von Organisationskosten bspw. Principal Agent Problematik

Williamson:
- Übernahme und Weiterführung des Modells von Alchian/Demsetz in Bezug auf die Frage, wann es günstiger ist auf dem Markt oder innerhalb eines Unternehmens zu wirtschaften – Frage der Governancestruktur
- Zwei Variablen, die darüber entscheiden: 1. Tauschfrequenz 2. Faktorspezifität
- Faktorspezifizität: 1. Standortsp.; 2. Sachkapitalspez. 3. Humankapitalsp.
- Diese entscheiden, ob es zu vollständigen (markt), Rahmenverträgen (trilaterale Struktur=Einschaltung dritter als Kontrolle) oder relationalen Verträgen (bilaterale Struktur kommt
- Internalisierung ist eine Lösung für Unternehmen, wenn sowohl die Tauschfrequenz als auch die Spezifizität hoch sind

Weber:
- eine organisation wie ein unternehmen ist eine steuereinheit von definierten zuständigkeiten, sanktionierungsmitteln und befehlsgewalten, die ordnung und dauerhaftigkeit schaffen
- System der bürokratischen Herrschaft: Arbeitsteilung, Formalisierung von Kontrolle, Regelhaftigkeit von Abläufen, Verschriftlichung, Verwaltungsstäbe
- Nach Berghoff kann das für die masse kleiner Unternehmen nicht zu r Anwendung kommen

Evolutionsökonomie:
- Unternehmen ist ein Organismus mit Verhaltensroutinen, die nicht verallgemeinerbar oder einfach übertragbar sind
- Deterministisch, aber in dem Punkt, dass es als Pool spezifischer Ressourcen gelten kann, ist denke ich wichtig als Gedanke – Stichwort ressourcenbasierte Diversifikation etc.

Kontingenztheorie:
- Abhängigkeit des unternehmerischen Handelns von internen und externen Kontexten=situative Ansätze
- Kritik an Berghoff, dass es nicht nur ein Reiz-Reaktionsschema ist, worauf Unternehmen reagieren, sondern sie gestalten aktiv
- Konzept der Strukturation von Giddens würde hier hereinfallen, also Handlungsspielräume, die verschiedene situative bzw. kontextuale Konfigurationen eröffnen – es bestehen diverse Optionen. Strukturen haben ermöglichende und begrenzende Qualitäten

Koalitionstheorie:
- Unternehmen=Kollektiv individueller Akteure (Cyert/March)=Arena von Zielkonflikten, in der Akteure divergierende Interessen verfolgen und dann also eine Koalition verschiedener Interessengruppen
- Koalitionstheorie betont die Gestaltungs- und Koordinationsprobleme in Unternehmen
- Kritik: man muss eigentlich die Machtressourcen der einzelnen Akteure mitreflektieren, was ja nun wirklich banal ist
- Hier werden aber explizit externe Akteure miteinbezogen, was deutlich eine Stärke ist=Stakeholderansatz und Stichwort Mikropolitik
- Das kommt einer Annäherung meiner Ansicht nach sehr nahe

Plumpe Aufsatz Unternehmen in Ambrosius:
=Organisation, die zugleich soziale und funktionale Größen, die Güter und Dienstleistungen für einen anonymen Mark im Rahmen einer spezifischen utilitaristischen sozialen Arbeitsteilung, deren Form und Funktion Einfluss auf die funktionalen Ziele des Unternehmens nehmen=organisiertes System
- Plumpe sieht seine eigenen und Welskopps Forschungen als eine Sozialgeschichte von Unternehmungen erweitert= Unternehmen als Handlungsfeld
- Plumpe sieht durchaus den Punkt, dass sich einzelne Unternehmen nicht aus dem Unternehmensbegriff herleiten lassen, sondern nur beschreibend erklärt werden können
- Ansatz U-Geschichte: Analyse und Interpretation von Handlungs- und Entscheidungsprozessen in komplex organisierten U. bei variierenden technischen und ökonomischen Umweltbedingungen

Plumpe VSWG 2004
-

Welskopp, Unternehmen als Körperschaft, in Wischermann 2004
- Unternehmen, die auf Kapitalverwertung durch Arbeitsverwertung basieren (Industriebetrieb) und Unternehmen, die auf Kapitalverwertung durch Kapitalverschiebung basieren
- Unterscheidung zwischen Kapitalismus und Industrialismus eröffnet die Perspektive, Unternehmen als materiale Körperschaften, soziale Organisationen und ökomomische Systeme, die gegenüber dem Kapital erhebliches Eigenleben entwickeln können
- Kapitalverhältnis im Unternehmen ist ein solches Druckmittel, dass, da es bei Unwirtschaftlichkeit die Abwanderung erzwingt
- Zugang ist also die Analyse der Bindung des Kapitals an Unternehmen in seiner sozialen, technischen und ökonomischen Dimensionen
- In Unternehmen ergibt sich die Auffächerung von Property Rights externer Akteure, die sich nur mit der Kapitalverwertung beschäftigen und die Entbindung sowie Bindung des Kapitals ausbalancieren (Institutionen)
- These: Integration von produktionsstufen, Markt- und Dienstleistungen in die organisatorische Struktur von Unternehmen, solange für die integrierten Bereiche nicht der Weltmakrt, sondern regionale Bezüge vorherrschend sind
- Die Idee ist äußerst spannend, aber Körperschaft müsste iendeutiger definiert werden

Mittwoch, 1. Juli 2009

Unternehmensgeschichte als Transformationsgeschichte

Graduate School in History and Sociology
Universität Bielefeld
Postfach 10031
D-33501 Bielefeld

Prof. Dr. Thomas Welskopp


Ulrike Schulz
ulrike.schulz@uni-bielefeld.de

Sylvia Wölfel
Sylvia.Woelfel@tu-dresden.de

Veit Damm
v.damm@mx.uni-saarland.de

Swen Steinberg
Swen.Steinberg@tu-dresden.de

Bielefeld, 10.12.2008

Konzept zur Gründung eines Arbeitskreises in der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte sowie Vorschlag für ein Konferenzpanel/Workshop
Unternehmensgeschichte als Transformationsgeschichte: Zur Geschichte von Unternehmen in Ostdeutschland zwischen 1939-1995

Die Unternehmensgeschichte als akademische Disziplin ist mitten im Umbruch und steht vor der Herausforderung, sich neu zu orientieren. Das gesellschaftliche Interesse an der Geschichte von Unternehmen, das seit Mitte der 1990er Jahre im Zuge der Diskussionen um die Beteiligung deutscher Firmen und Banken an Holocaust und Zwangsarbeitereinsatz ausgelöst wurde, hat sich bereits deutlich abgeschwächt. Diese Entwicklung wird mittelfristig auch für die wissenschaftliche Beschäftigung Konsequenzen haben und sich aller Wahrscheinlichkeit nach negativ auf die nachhaltige Förderung des Faches auswirken. Die im Zuge dieser Forschung entstandene kritische Unternehmensgeschichte in Deutschland, ihre Öffnung für kulturhistorische und soziologische Fragestellungen und nicht zuletzt die qualitativ beeindruckenden Ergebnisse der letzten zehn Jahre laufen möglicherweise Gefahr, in ihrer Auswertung stecken zu bleiben.
Vor diesem Hintergrund ist die Diskussion über neue Zugänge und Themen in der deutschen unternehmensgeschichtlichen Forschung überfällig. Ähnliches gilt für die systematische Erschließung der Geschichte ostdeutscher Unternehmen. Für beide Anforderungen soll ein neuer Arbeitskreis in der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte gegründet werden. Die Konzentration auf das Gebiet der ehemaligen DDR beziehungsweise der neuen Bundesländer begründet sich jedoch nicht nur über die historische Aufarbeitung, sondern auch über die Gewinnung neuer Erkenntnisse zu Stabilitätskriterien bzw. Destabilisierungsprozessen von Wirtschaftssystemen und der Entwicklung neuer Zugänge zu den Wandlungsprozessen von Wirtschaftskulturen.

Unsere Zielstellung ist es weiterhin, durch Vernetzung und Austausch die Unternehmensgeschichte in Ostdeutschland zu fördern und langfristig auch institutionell anzubinden: Zum einen geht es um die Unterstützung der wissenschaftliche Aufarbeitung in Ostdeutschland – das Wissen über einzelne Unternehmen, Wirtschaftsregionen oder spezifischen Branchen ist weitgehend lückenhaft, die überaus reichhaltigen Archivbestände sind ungenügend ausgebeutet. Zum anderen geht es um die spezifische DDR-Geschichte ostdeutscher Unternehmen, die primär als Transformationsgeschichte begriffen wird.

Projektierte Forschungsschwerpunkte:
Transformationsgeschichte von ostdeutschen Unternehmen über die zu eng geführten Epochenzäsuren 1945 und 1989 hinweg. Die Geschichte ostdeutscher Unternehmen beginnt weder erst nach dem Zweiten Weltkrieg noch endet sie mit dem Mauerfall 1989. Es erscheint sinnvoll, mindestens die Ausgangssituation der einzelnen Unternehmen vor dem Zweiten Krieg anzusetzen. Desweiteren ist von einer Transformationsphase bis 1995 auszugehen, in der sich entschied, ob und in welcher Form die Unternehmen den politischen und wirtschaftlichen Systemwechsel von 1989 überstanden. Besonders reizvoll ist vor allem der Vergleich der zumeist doppelten Transformation dieser Unternehmen, die vertiefte Einsichten über wirtschaftliche Prozesse in einer komplexen Unwelt insgesamt versprechen.
Für einen solchen Systemvergleich muss es die Zielsetzung der wissenschaftlichen Forschung sein, realistische, vor allem auch sozioökonomisch fundierte Kategorien und Typologien zu entwickeln. Große Teile der DDR Geschichtsforschung hat sich aus Gründen, die hier nicht einzeln ausgeführt werden können, allzu stark auf politik- und kulturgeschichtliche Zugänge kapriziert.
Dazu gehört selbstverständlich die deutsch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen stärker noch in den Forschungskontext einzubetten. Hier wird sich u.a. zeigen, dass und inwiefern die DDR eine Sonderrolle im Ostblock eingenommen hat. Langfristig wäre es ausgesprochen reizvoll, die osteuropäische Perspektive einzubinden.
Ein ganz wesentlicher Bestandteil des Arbeitskreises und ein Desiderat der Forschung ist die Organisation der Finanzierung der DDR-Wirtschaft. Um zu verstehen, wie die Planwirtschaft auf die Unternehmen durchschlug, sollten die Finanzierungsinstrumente, vor allem die Regelungskompetenzen der jeweils verantwortlichen Akteure präziser zugeordnet werden.
Nicht zuletzt wird dieser Arbeitskreis einer kritischen und theoriegeleiteten Forschung verpflichtet sein, die zu streitbaren Synthesen kommen will. Hier hat die Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte völlig ungenutzte Potenziale. Da Unternehmen einen gesellschaftlich relevanten Ort darstellen, sollte sich von den Vertretern der Unternehmensgeschichtsforschung auch verstärkt in vermeintlich „entfernte“ Forschungsfelder korrigierend „eingemischt“ werden.
Als ein letzter mittelfristig orientierter Schwerpunkt eines solchen Arbeitskreises wäre die Mitarbeit und Anbindung an bewährte und neue Multiplikatoren zu nennen. Hier geht es zum einen um den Dialog mit ostdeutschen Unternehmern selbst, wie es der Arbeitskreis Kleine und mittlere Unternehmen als Modell vorgegeben hat. Zum anderen sollte zumindest angedacht werden, ob die derzeitige Umstrukturierung der Gedenkstättenlandschaft in den neuen (aber auch alten) Bundesländern nicht ebenfalls als ein gesellschaftspolitisch relevantes Themenfeld für die Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte wäre. Für Konzepte wie das einer „integrierten Lernlandschaft“, die dem Schwerpunkt des Lernens vor dem Gedenken und Erinnern verpflichtet ist, wird die sozio-ökonomische Forschung von Geschichtsaufarbeitung wichtiger. Ein Beispiel einer solchen Synthese ist die Gedenkstätte „Topf & Söhne“, die im letzten Jahr in Erfurt bewilligt wurde.

Ein Arbeitskreis, der die Geschichte ostdeutscher Unternehmen als Transformationsgeschichte begreift und konzeptionell ausarbeitet, hätte mit einer Einbindung in die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte ein ideales Forum. Um die Tragfähigkeit und Perspektiven eines solchen Arbeitskreises auszuloten und zu diskutieren, ob und in welcher Nachhaltigkeit ein Arbeitskreis „Unternehmensgeschichte -OST“ zu gründen und mittelfristig zu stabilisieren wäre, soll zunächst eine Tagung beziehungsweise Workshop stattfinden.

Zielgruppen Teilnehmer Workshop/Panel:
Wissenschaftler aus der Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte
Wissenschaftler aus der Umwelt- und Technikgeschichte
Vertreter von Industrie und Handel
Interessierte Öffentlichkeit

Zielgruppe Referenten:
Wissenschaftler und Doktoranden, die ihre Ergebnisse und damit verbundene neue Ansätze zur Diskussion stellen sowie Unternehmer und Wirtschaftsfunktionäre, die aus der Praxis ihre Erfahrungen vermitteln.

Gewünschte Kooperationspartner
Gesellschaft für Unternehmensgeschichte als wissenschaftlicher, institutioneller und „kurzfristig“ finanzierender Partner (siehe Finanzierung)
Sächsisches Wirtschaftsarchiv Leipzig e.V. - ist derzeit als organisatorischer Partner und Bewerbung im Netzwerk - Teilnahme bereits mündlich zugesagt
IHK Leipzig/Halle Dessau/Etc. - finanzielle Beteiligung, Bewerbung im Netzwerk
AKKU e.V. - Bewerbung im Netzwerk
Zeithistorisches Forum Leipzig - Bewerbung im Netzwerk, inhaltlicher Beitrag
Stiftung Sächsische Gedenkstätten - Bewerbung im Netzwerk, inhaltlicher Beitrag
Stiftung Ettersberg - Bewerbung im Netzwerk, inhaltlicher Beitrag


Organisation Arbeitskreis/Workshop:
Professor Dr. Thomas Welskopp (Universität Bielefeld)
Ulrike Schulz (Universität Bielefeld)
Sylvia Wölfel (TU Dresden)
Veit Damm (Universität des Saarlandes, Saarbrücken)
Swen Steinberg (TU Dresden)

Finanzierung Arbeitskreis/Konferenzen:
kurzfristig: Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG)
mittelfristig: GUG, Fördermittelanträge Stiftung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur etc.
langfristig: GUG in Kooperation mit Unternehmern, IHKs sowie obige Stiftungen sowie ev. Gedenkstättenstiftungen (Siehe Kooperationspartner)

Programmvorschläge Panel/Workshop
Ostdeutsche Unternehmensgeschichte als Transformationsgeschichte
Sylvia Wölfel: Zwischen ökologischer Verantwortung und ökonomischem Zwang: Vom VEB dkk Scharfenstein zur FORON Hausgeräte GmbH (laufendes Dissertationsprojekt) - zugesagt
Swen Steinberg: Verlust als Indikator für die Stärke von Kultur? Identifikationsprozesse in der ländlichen Industrie Sachsens am Beispiel des Papierunternehmens Kübler & Niethammer in Kriebstein (1856-1956) (laufendes Dissertationsprojekt) - zugesagt
Sönke Friedreich: Autos bauen im Sozialismus. Arbeit und Organisationskultur in der Zwickauer Automobilindustrie nach 1945 (abgeschlossenes Habilitationsprojekt) - angefragt
Ulrike Schulz: Die Geschichte der Firma „Simson“, 1935-1993 (laufendes Dissertationsprojekt) - zugesagt

Deutsch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen
Peter Fässler: Überblick Forschungsgegenstand - angefragt
Kim C. Priemel: Transformation der Flickschen Beteiligungen in Ostdeutschland - zugesagt

Organisation und Finanzierung
Veit Damm: Überblick Forschungsgegenstand - zugesagt

Möglichkeiten einer Anbindung an die ostdeutsche Gedenkstättenlandschaft
Peter Wurschi/Ulrike Schulz: Allgemeine Fragen und Perspektiven der Zusammenarbeit - zugesagt

Derzeit ist noch nicht absehbar, wie viele Doktoranden, Magistranden und Wissenschaftler an den projektierten Themen arbeiten bzw. gearbeitet haben. Mit der Gründung des Arbeitskreises wird diese Recherche umgehend beginnen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich ausreichend Forschungsprojekte finden und integrieren lassen.
Für Unternehmer, die in Frage kommen, wird bereits nach möglichen Kooperationen gesucht - allerdings ist eine verlässliche Aussage zur Mitarbeit nur dann zu erwarten, wenn eine angemessene institutionelle Anbindung auch zugesichert werden kann. Auch hier ist der GUG AK KMU ein Vorbild.

Zum Begriff der „Transformation“

Der lateinische Begriff „Transformation“ bedeutet laut Duden zu deutsch: „Umwandlung“, insofern ist es nicht falsch, wenn aus volkswirtschaftlicher Sicht gesagt wird, dass „beinahe permanent die eine oder andere Art von Transformation in der Ökonomie“ stattfindet: „einzel- oder gesamtwirtschaftlich, strukturell oder regional, verhaltensbedingt oder regelbezogen“ (Horst Gischer u.a., Wandel und Anpassungsverhalten, in: Ders. u.a. (Hgg.), Transformation in der Ökonomie, Wiesbaden 2008, S. 3-8).

Im wissenschaftlichen Mainstream-Sprachgebrauch hat sich der Begriff jedoch bislang vor allem für die Bezeichnung von Systemumwandlungen eingebürgert, wobei er besonders häufig auf die markwirtschaftliche Umwandlung der osteuropäischen sozialistischen Systeme im Prozess ihrer EU-Integration angewandt wird. Seltener wird auch von der wirtschaftlichen Transformation ehemaliger Kolonialstaaten z. B. Indien/Naher Osten gesprochen. Dabei schwingt konzeptionell immer ein Modernisierungsunterton mit, wodurch Transformation im Mainstream-Sprachgebrauch implizit Überwindung wirtschaftlicher Rückständigkeit meint. Dies ändert sich auch nicht dadurch, dass es zum guten Ton gehört, die Stabilisierungsleistung von (den osteuropäischen) Transformationsprozessen infrage zu stellen (Turnock, D., The economy of East Central Europe, 1815-1989. Stages of transformation in a peripheral region, London 2006; Wischermann, C./Nieberding, A., Die institutionelle Revolution, Stuttgart 2004; Kutter, A. (Hg.), Das Erbe des Beitritts. Europäisierung in Mittel- und Osteuropa, Baden-Baden 2006).

Für den Arbeitskreis müsste der Transformationsbegriff eingegrenzt bzw. präzisiert werden. Einerseits in Hinblick auf den Transformationszeitraum: Zu klären ist, ob nur die Umwandlungen des politischen Systems 1945/9 und 1989 als Transformationen in unserem Sinne zu bezeichnen sind oder auch Richtungsänderungen im wirtschaftlichen System wie das NÖS in den 1960er Jahren oder die so genannte neoliberale Neuorientierung in der BR in den 1970/80er Jahren. Andererseits müsste die Untersuchungsgegenstände im Verhältnis von Transformation und Unternehmen geklärt werden. Geht es um die corcorate governance, die gesetzliche Unternehmensverfassung, den Austauch der Manager, Umwandlung der Produktpalette, den Austauch der Marketingmittel, den Austauch der technischen Ziele, den Austauch der Leitbilder, die Gleichzeichtigkeit des Ungleichzeitigen, Persistenz und Wandel etc.? Und: Wie lässt sich das Identifikationsproblem in Bezug auf Unternehmens-Umgründungen etc. bei Systemtransformationen handeln?

Protokoll der Gründungssitzung am 4. April 2009

Protokoll der Gründungssitzung des AK OST in der GUG

am 4. April 2009

anwesend: Ulrike, Sylvia, Veit, Swen

1. Strukturierung der Arbeit
- wesentlicher Schritt: Erstellen einer Datensammlung
a) kooperierenden Wissenschaftler b) kooperierende Unternehmer/Behörden c) nicht gängige Daten für den Workshop (Datum muss Ende April stehen!!!!) => Sammlung im Wiki, muss Ende Juni 2009 abgeschlossen sein
b) Aufgabenverteilung Recherche: Ulrike: Thüringen und Sachsen-A.; Swen: Sachsen; Sylvia: Brandenburg; Veit: Berlin und Meklenburg-V.) => Schwerpunkt wird wahrscheinlich im Bereich Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg liegen

2. Workshop
- einhellige Meinung: Leipzig Konsumzentrale, ggf. mit Spinnerei und Altes Rathaus
- Vorteil: Koop Wirtschaftsarchiv und Nutzung von deren Kontakten (Unternehmer, Handelskammern)
- Weitere Veranstaltung in den Werkstätten Hellerau möglich => Kontakt Sylvia
- Möglicherweise kein Call => bessere Steuerung des Inhalts für die erste Veranstaltung
- Sponsoring über BGHS möglich (Ulrike) => Anfrage: 1 Übernachtung für 10-12 Personen (1000 Euro) + Honorare (1000) + Catering am ersten Abend (500 Euro)
- Hotel sollte in Plagwitz liegen; falls Geld für Übernachtung nicht fließt: Veit fragt wegen Gästehaus der HTWK an
- GUG trägt nur Fahrtkosten und Workshopkosten
- Anfrage Wirtschaftsarchiv (Ulrike/Swen): Sponsoring der Infrastruktur Konsumzentrale und Unterstützung der Veranstaltung durch die Mitarbeiter („Tagungsbüro“, Gardarobe). Angebot: Führung durch das Archiv als Werbung fürs Haus
- Nach Datumsfindung: Ulrike fragt bei Baumwollspinnerei an
- Podium: Eva-Maria Stange (ehem. GEW-Vorsitzende – DGB-Arbeitnehmerperspektive), Henke, Plumpe (Moderator), zwei Unternehmer/Manager (Rotkäpchen, DDK Schafstein), Treuhandmensch

3. Wiki
- unsichtbare „Datenbank“ zur Nutzung der vier Teilnehmer, Kommunikationsplattform
- Sylvia prüft Nutzung der REF-Works Datenbank zum Bibliographieren und Sammeln von Bildern
- Veit ist Beauftragter (bitte immer ihm direkt Zuarbeiten!)
- News-Liste als Startseite: Wer hat wann mit wem und welchem Ergebnis gesprochen?
- Unterkapitel: fünf Länder als Operationsebene (vorerst nicht Bezirke), darin dann Bibliographie, Kontakte (auch Regionalhistoriker) und Unternehmerrecherche

4. Homepage
- - Ulrike prüft Anbindung an die Bielefeldhomepage => dort unter Forschung bei T. Welskopp
- Homepage vor offizieller Ankündigung bei der GUG

5. Kooperationspartner
- Institutionen: Industriemuseum Chemnitz (Ulrike PA), Wirtschaftsarchiv Leipzig (Swen+Ulrike PA), Deutsches Technikmuseum Berlin (Sylvia PA), Technikmuseum München (Ulrike über Anne Sudrow PA), IHKs (via Wirtschaftsarchiv PA), Birthlerbehörde (Ulrike PA), Stiftung Ettersberg (Ulrike PA), Stiftung Sächsische Gedenkstätten (Swen PA)
- Operative Partner Wissenschaft: Ralf Ahrens (Ulrike PA), Rainer Gries (B), Peter Fäßler (Swen+Veit PA), Jörg Leszyski (Ulrike PA), Bähr (Ulrike PA)
- Partner Wissenschaft – dauerhafte Mitglieder: Henke (Veit B), Wengenroth (Sylvia B), Boch (Ulrike PS), Uwe Müller (Veit PA), Magret Grabas (Veit PA), Plumpe Abelshauser (Ulrike PA), Schramm Pulla Fraunholz (Sylvia PA), Ulli Heß (Swen PA), Micha Schäfer (Swen PA), Armin Müller (Swen PA), Industriearchäologie Freiberg – Albrecht und Pieper (Sylvia B/PA), Priemel (Ulrike PA), Steiner (Ulrike B), Dolores (B), Stokes (B), Fulbrook (B), Maderasch (B), Zachmann (Sylvia PA), Boldorf (Ulrike B), Sönke Friedreich (Swen PA), Marburger Gruppe - Gutmann (B), Wolfgang Seibel (B), Treuhand-Abschlussbilanz (B), Johannes Bähr (Ulrike PA), Lothar Bahr (B), Ritschl (B), Regina Weber (Sylvia PA)
- Restgruppe Wissenschaft: Karlsch (Ulrike B), Verkehrsmuseum Dresden (Sylvia B)
- Ehrenmitglieder: Klessmann (B)
- Unternehmer (bis Ende Mai): Abraham Dürninger & Co. (Swen B/PA), Kübler & Niethammer (Swen B/PA), Kathi (Ulrike B/PA), Hellerau (Sylvia B/PA), Reiss (Sylvia B/PA), Stahlwerk Freital (Veit), Sparkassen (Veit)

generell
- Suche nach alten Kombinatsrunden oder ehem. Arbeitern/Managern
- bei bestimmten Institutionen (Stiftung Aufarbeitung, IFZ) eher Personen ins Boot holen denn die Institution

Mögliche Themen
Zeiss
Militärindustrie

5. Ansprache
- AK ist von GUG formal genehmigt – Ansprache mit Konzeptpapier
- Ansprache für Auftaktworkshop
- Orientierung an Orga KMU
- Konzeptpapier – Ulrike schickts an Swen
- Erarbeitung eines Anschreibens – 1. Schritt immer via persönlich Kontakte und Ansprache, 2. über operative Mitglieder und 3. GUG (hier vor allem Unternehmer)
- Ulrike erarbeitet Anschreiben – ab ins Wiki
- PA erfolgt erst nach Erarbeitung des Anschreibens – Definition der Inhalte

Offene Fragen
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